Fassadendämmung Kosten 2026: WDVS, Preise und Förderung
Eine Fassadendämmung kostet 2026 je nach System zwischen 30 und 300 Euro pro Quadratmeter. Das am häufigsten eingesetzte Wärmedämmverbundsystem (WDVS) liegt bei 120 bis 200 Euro pro Quadratmeter inklusive Material, Gerüst und Montage. Die Preisspanne entsteht durch Dämmstoffwahl, Fassadenzustand, Gebäudehöhe und regionale Handwerkerpreise.
Das Wichtigste in Kürze
- WDVS (Wärmedämmverbundsystem): 120–200 €/qm inklusive Gerüst — häufigste Lösung für Einfamilienhäuser, BAFA-förderfähig mit bis zu 20 % Zuschuss
- GEG 2024 verlangt bei wesentlicher Sanierung mindestens U-Wert 0,24 W/(m²K) — entspricht 14–18 cm Dämmstärke
- Mengen sorgfältig prüfen: Bei ±10 % Abweichung ist nach VOB/B § 2 Abs. 3 eine Preisanpassung vorgesehen — bei 200 qm Fassade schnell mehrere tausend Euro Unterschied
- Immer Referenzen einholen und nach Zertifizierung als WDVS-Fachbetrieb (z. B. EAD-geprüft) fragen
Was kostet eine Fassadendämmung 2026?
Die Gesamtkosten hängen vor allem vom Dämmsystem ab. Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Systeme mit Richtwerten für 2026, jeweils inklusive Material und Arbeitskosten. Gerüstkosten sind beim WDVS und der hinterlüfteten Fassade eingerechnet.
| Dämmsystem | Kosten pro qm | Typische Dämmstärke | Eignung |
|---|---|---|---|
| WDVS (Wärmedämmverbundsystem) | 120 bis 200 € | 14 bis 20 cm | Massivbau, Putzfassaden |
| Hinterlüftete Fassade (VHF) | 180 bis 300 € | 14 bis 24 cm | Altbau, Fachwerk, Sonderfassaden |
| Kerndämmung (Einblasdämmung) | 30 bis 60 € | je nach Hohlraum | Zweischaliges Mauerwerk |
| Innendämmung | 60 bis 120 € | 4 bis 8 cm | Denkmalschutz, Fassade nicht veränderbar |
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Fassadenfläche liegen die Kosten einer WDVS-Dämmung damit bei 14.400 bis 24.000 Euro. Eine hinterlüftete Fassade kostet für die gleiche Fläche 21.600 bis 36.000 Euro. Die Kerndämmung ist mit 3.600 bis 7.200 Euro die günstigste Variante, setzt aber zweischaliges Mauerwerk voraus.1
Regionale Unterschiede spielen eine Rolle: In Süddeutschland und in Ballungsräumen zahlen Sie 10 bis 20 Prozent mehr als in ländlichen Gebieten Ost- und Norddeutschlands. Der Baupreisindex für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden ist 2025 um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.2
Dämmsysteme im Vergleich
Jedes Dämmsystem hat spezifische Vor- und Nachteile. Welches System das richtige ist, hängt von der Bausubstanz, den energetischen Zielen und dem Budget ab.
WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Das WDVS ist das meistverbreitete Dämmsystem in Deutschland. Nach Angaben des Fachverbands Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) sind in Deutschland über 900 Millionen Quadratmeter Fassadenfläche mit WDVS gedämmt.5 Dabei werden Dämmplatten (meist Polystyrol EPS oder Mineralwolle) direkt auf die Außenwand geklebt und gedübelt, dann mit Armierungsgewebe und Putz beschichtet. Vorteile: bewährte Technik, große Auswahl an Dämmstoffen, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Nachteile: nicht auf jedem Untergrund möglich (z.B. problematisch bei Fachwerk), empfindlich gegen mechanische Beschädigungen, Algenbildung auf der Oberfläche möglich.
Der Dämmstoff macht einen relevanten Preisunterschied: EPS-Platten (Styropor) kosten 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter, Mineralwolle 15 bis 25 Euro, Holzfaserdämmplatten 25 bis 40 Euro. Die Arbeitskosten (Kleben, Dübeln, Armieren, Verputzen) sind bei allen Dämmstoffen ähnlich und machen 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten aus.
Hinterlüftete Fassade (VHF)
Bei der hinterlüfteten Fassade wird eine Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium an der Außenwand befestigt. In die Zwischenräume kommt die Dämmung (Mineralwolle oder Holzfaser), davor eine Luftschicht und dann die Verkleidung (Holz, Faserzement, Schiefer, Klinker oder Metallkassetten). Vorteile: Feuchtigkeit kann über die Hinterlüftung abtrocknen, lange Lebensdauer, große Gestaltungsfreiheit. Nachteile: höhere Kosten, dickerer Wandaufbau, aufwendigere Montage.
Die VHF eignet sich besonders für Altbauten mit feuchtem Mauerwerk, für Fachwerkhäuser und für Gebäude, bei denen eine hochwertige Fassadengestaltung gewünscht ist. Die Mehrkosten gegenüber dem WDVS amortisieren sich über die längere Lebensdauer (40 bis 60 Jahre vs. 25 bis 40 Jahre beim WDVS).
Kerndämmung
Die Kerndämmung ist nur bei zweischaligem Mauerwerk möglich. Dabei wird Dämmstoff (Einblasgranulat oder Schaum) über Bohrungen in der Außenschale in den Hohlraum zwischen den Mauerschalen eingeblasen. Der Vorteil: sehr günstig, schnelle Ausführung (1 bis 2 Tage für ein Einfamilienhaus), kein Gerüst nötig, keine Veränderung des Fassadenbilds. Nachteil: Die Dämmwirkung ist durch die Hohlraumbreite begrenzt (meist 4 bis 8 cm). Für ein KfW-Effizienzhaus reicht die Kerndämmung allein nicht aus, senkt den Energieverbrauch aber um 10 bis 25 Prozent.
Innendämmung
Die Innendämmung kommt zum Einsatz, wenn die Fassade nicht verändert werden darf (Denkmalschutz, Grenzbebauung) oder soll. Kalziumsilikat- platten, Mineralschaumplatten oder Holzfaserdämmplatten werden von innen an die Außenwand angebracht. Die Dämmwirkung ist geringer als bei einer Außendämmung, und es muss sorgfältig auf den Feuchteschutz geachtet werden (Taupunktverschiebung in die Wand). Die Wohnfläche reduziert sich je nach Dämmstärke um 3 bis 8 cm pro gedämmter Wand.
Kurz gesagt: Wer die Wahl hat, wählt WDVS. Wer ein schwieriges Gebäude hat, wählt VHF. Wer kein Budget hat oder keine Fassade ändern darf, greift auf Kerndämmung oder Innendämmung zurück. Die Tabelle fasst die Unterschiede zusammen:
| Kriterium | WDVS | VHF | Kerndämmung | Innendämmung |
|---|---|---|---|---|
| Kosten pro qm | 120 bis 200 € | 180 bis 300 € | 30 bis 60 € | 60 bis 120 € |
| Wärmedämmwirkung | sehr gut | sehr gut | gut | befriedigend |
| Lebensdauer | 25 bis 40 Jahre | 40 bis 60 Jahre | 30+ Jahre | 25 bis 35 Jahre |
| Gerüst nötig | ja | ja | nein | nein |
| Fassadenbild verändert | ja | ja | nein | nein |
| Eignung Altbau | bedingt | sehr gut | nur zweischalig | gut |
Was treibt den Preis bei der Fassadendämmung?
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für eine Fassadendämmung liegen oft 30 bis 50 Prozent Preisunterschied. Das liegt nicht nur an den Handwerkerpreisen, sondern an konkreten Kostenfaktoren, die den Preis nach oben treiben.
Gerüstkosten
Das Gerüst macht bei einer WDVS-Dämmung 8 bis 15 Prozent der Gesamtkosten aus. Richtwert: 8 bis 14 Euro pro Quadratmeter eingerüsteter Fassadenfläche und Monat Standzeit. Bei einem Einfamilienhaus mit 120 qm Fassade sind das 960 bis 1.680 Euro pro Monat. Die Standzeit einer Fassadendämmung beträgt 3 bis 6 Wochen. Mehrgeschossige Gebäude, verwinkelte Grundrisse oder schwer zugängliche Seiten (Hanglage, enge Nachbarbebauung) erhöhen die Gerüstkosten um 20 bis 40 Prozent.
Fassadenbeschaffenheit
Auf einem glatten, tragfähigen Putzuntergrund lassen sich WDVS-Platten direkt aufkleben. Ist der Altputz rissig, hohl oder nicht tragfähig, muss er vorher abgeschlagen und der Untergrund vorbereitet werden. Kosten für Putzentfernung: 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Bei Fassaden mit altem WDVS (Aufdopplung) oder Asbest im Altputz kommen Entsorgungskosten hinzu (Sondermüll: 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter).
Fensterlaibungen und Anschlüsse
Jedes Fenster und jede Tür erfordert saubere Anschlüsse: Laibungs- dämmung, neue Fensterbankanschlüsse, Dichtbänder, Anputzleisten. Pro Fenster rechnen Sie mit 150 bis 350 Euro Mehrkosten. Bei einem Einfamilienhaus mit 12 bis 15 Fenstern summiert sich das auf 1.800 bis 5.250 Euro. Das sind Positionen, die in günstigen Angeboten manchmal fehlen und dann als Nachtrag auftauchen. Ein vollständiges Angebot listet die Laibungsdämmung als eigene Position auf.
Dämmstoffwahl
EPS (Polystyrol/Styropor) ist der günstigste Dämmstoff und deckt rund 80 Prozent des WDVS-Markts ab.5 Mineralwolle ist 30 bis 50 Prozent teurer, bietet aber besseren Schallschutz und ist nicht brennbar (Brandschutzklasse A1). Holzfaserdämmplatten kosten das Doppelte bis Dreifache, haben dafür bessere sommerliche Wärmedämpfung und sind ökologisch vorteilhaft. Ab Gebäudeklasse 4 (Oberkante Fußboden des obersten Geschosses mehr als 13 m über Gelände) ist Mineralwolle oder ein gleichwertiger nichtbrennbarer Dämmstoff Pflicht. Die Musterbauordnung (MBO) und die Landesbauordnungen regeln die brandschutztechnischen Anforderungen an Fassadendämmstoffe je nach Gebäudeklasse.6
Energetische Anforderungen (GEG)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei einer Erneuerung von mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²K) für die Außenwand vor.7 In der Praxis bedeutet das eine Dämmstärke von mindestens 12 bis 14 cm (je nach Dämmstoff und vorhandener Wand). Wer Fördermittel in Anspruch nehmen will, muss noch bessere Werte erreichen: Für den BAFA-Zuschuss ist ein U-Wert von maximal 0,20 W/(m²K) nötig.3
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Angebot prüfen lassenFörderungen 2026
Die Fassadendämmung gehört zu den am stärksten geförderten Sanierungsmaßnahmen in Deutschland. Vier Förderwege stehen 2026 zur Verfügung, die sich teilweise kombinieren lassen.
BAFA-Zuschuss (Einzelmaßnahme)
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Fassadendämmung als Einzelmaßnahme mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Voraussetzung: Ein U-Wert von maximal 0,20 W/(m²K) muss erreicht werden, und ein Energieeffizienz-Experte (dena-Liste) muss die Maßnahme begleiten. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt (60.000 Euro mit individuellem Sanierungsfahrplan). Der maximale Zuschuss beträgt damit 4.500 Euro ohne iSFP bzw. 9.000 Euro mit iSFP und erhöhtem Fördersatz.3
iSFP-Bonus (+5 Prozent)
Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt und die Fassadendämmung als dort empfohlene Maßnahme umsetzt, erhält 5 Prozentpunkte mehr Förderung (insgesamt 20 Prozent statt 15 Prozent). Gleichzeitig verdoppelt sich die förderfähige Kostenobergrenze auf 60.000 Euro. Ein iSFP kostet für ein Einfamilienhaus 300 bis 500 Euro (nach Abzug der BAFA-Förderung für den iSFP selbst), kann aber bis zu 4.500 Euro zusätzliche Förderung für die Fassadendämmung bringen.
KfW-Kredit (Programm 261/262)
Die KfW bietet über das Programm 261 zinsgünstige Kredite bis 150.000 Euro pro Wohneinheit für energetische Sanierungen. Die Konditionen liegen 2026 deutlich unter dem Marktniveau. Zusätzlich gibt es einen Tilgungszuschuss, der den Kredit effektiv reduziert. Der KfW-Kredit lässt sich mit dem BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen nicht kombinieren. Er ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Fassadendämmung Teil einer umfassenden Sanierung zum KfW-Effizienzhaus ist.
Steuerliche Förderung (§ 35c EStG)
Alternativ zur BAFA- oder KfW-Förderung können Eigentümer selbstgenutzter Immobilien die Kosten der Fassadendämmung steuerlich absetzen. Über drei Jahre verteilt werden 20 Prozent der Kosten (maximal 40.000 Euro pro Objekt) von der Steuerschuld abgezogen: 7 Prozent im ersten und zweiten Jahr, 6 Prozent im dritten Jahr.8 Die steuerliche Förderung ist vor allem für Eigentümer mit höherer Steuerlast interessant und erfordert keine Antragstellung vor Baubeginn. Eine Kombination mit BAFA- oder KfW-Förderung ist für dieselbe Maßnahme nicht möglich.
Amortisation berechnen
Ob sich eine Fassadendämmung finanziell lohnt, hängt von drei Faktoren ab: den Investitionskosten, der Energieeinsparung und der erhaltenen Förderung. Hier eine Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus.
Ausgangssituation:
- Fassadenfläche: 120 Quadratmeter
- Bestandswand: 36 cm Mauerwerk, U-Wert 1,4 W/(m²K)
- Heizenergieverbrauch vor Dämmung: ca. 22.000 kWh/Jahr
- Gaspreise: 0,12 Euro/kWh (Stand 2026)
Investition (WDVS, 16 cm EPS):
- Dämmkosten: 120 qm x 160 Euro = 19.200 Euro
- abzgl. BAFA-Zuschuss (20 % mit iSFP): -3.840 Euro
- Nettoinvestition: 15.360 Euro
Einsparung:
- Neuer U-Wert: ca. 0,18 W/(m²K)
- Reduzierung Transmissionswärmeverlust Außenwand: ca. 75 Prozent
- Geschätzte jährliche Einsparung: ca. 4.400 kWh
- Monetäre Einsparung: ca. 528 Euro pro Jahr
Ohne Förderung beträgt die Amortisationszeit bei diesem Beispiel rund 36 Jahre. Mit BAFA-Zuschuss und iSFP-Bonus sinkt sie auf etwa 29 Jahre. Bei steigenden Energiepreisen (durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr) verkürzt sich die Amortisation auf ca. 20 bis 22 Jahre. Die Fassadendämmung ist damit keine kurzfristige Renditeanlage, sondern eine langfristige Wertsicherung der Immobilie.4
Was die reine Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht abbildet: Die Dämmung erhöht den Wohnkomfort (weniger kalte Wände, weniger Zugluft), verbessert die Energieeffizienzklasse im Energieausweis und steigert den Immobilienwert. Laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) liegt der Wertzuwachs einer energetischen Fassadensanierung bei 5 bis 15 Prozent des Immobilienwerts.4 Der Verband Privater Bauherren (VPB) empfiehlt, vor einer Fassadendämmung immer eine Energieberatung durchführen zu lassen, um das wirtschaftlich sinnvollste Dämmsystem für das jeweilige Gebäude zu ermitteln.9
Fassadendämmung im Angebot prüfen
Ein Angebot für eine Fassadendämmung ist komplex: Mehrere Gewerke greifen ineinander, und es gibt viele Positionen, die leicht vergessen oder zu knapp kalkuliert werden. Folgende Punkte sollten in einem vollständigen Angebot enthalten sein.
Vollständigkeit prüfen
Ein seriöses Angebot für eine WDVS-Fassadendämmung enthält mindestens diese Positionen:
- Gerüst (Auf- und Abbau, Standzeit, Schutznetze, ggf. Gehwegüberbrückung)
- Untergrundvorbereitung (Altputz prüfen, ggf. Abschlagen, Grundierung)
- Dämmplatten (Dämmstoff, Stärke, Brandschutzriegel bei EPS ab Gebäudeklasse 4)
- Befestigung (Klebemörtel und Dübel, Dübelanzahl nach Windsoglast)
- Armierungsschicht (Armierungsmörtel plus Glasfasergewebe)
- Oberputz (Dekorputz, ggf. mit Anstrich, Farbauswahl)
- Fensterlaibungen (Laibungsdämmung, Anputzleisten, ggf. neue Fensterbänke)
- Sockelbereich (Perimeterdämmung, Sockelprofil, Spritzwasserschutz)
- Anschlüsse (Dachanschluss, Balkonanschluss, Durchdringungen wie Lüftungsrohre)
Fehlen einzelne Positionen, drohen Nachträge. Besonders häufig vergessen werden Fensterlaibungen, Sockelabschluss und Anschlussarbeiten am Dach. Diese drei Positionen können zusammen 2.000 bis 5.000 Euro ausmachen. Wer sein Angebot vor der Beauftragung prüfen lässt, erkennt solche Lücken rechtzeitig. Wie Sie Nachtragskosten vermeiden, erklärt der verlinkte Ratgeber im Detail.
Scope-Completeness: Was bevo Bau zusätzlich prüft
Bei der Prüfung durch bevo Bau wird das Angebot automatisch auf Vollständigkeit für das jeweilige Gewerk geprüft (Scope-Completeness- Check). Bei einer WDVS-Dämmung gleicht die Analyse das Angebot mit einer Referenzliste ab: Sind Gerüst, Untergrundvorbereitung, Dämmplatten, Armierung, Oberputz, Laibungen, Sockel und Anschlüsse enthalten? Fehlt etwas, wird das im Prüfbericht als Risikopunkt gekennzeichnet. Diesen Check bieten reine Preisvergleichsportale nicht.
Anbietervergleich: Professionelle Prüfung
Bei einer Fassadendämmung ab 15.000 Euro lohnt sich eine unabhängige Prüfung des Angebots. Die mögliche Ersparnis durch erkannte Überhöhungen, fehlende Positionen oder unvollständige Leistungsbeschreibungen übersteigt die Prüfkosten in der Regel deutlich.
| Anbieter | Kosten | Dauer | Leistungsumfang |
|---|---|---|---|
| Sachverständiger | 360 bis 714 € | 2 bis 4 Wochen | Umfassende Prüfung inkl. Ortsbegehung, bautechnische Bewertung, detailliertes Gutachten |
| Verbraucherzentrale | 180 bis 370 € | 1 bis 3 Wochen | Beratungstermin mit Prüfung des Angebots, allgemeine Einschätzung, keine detaillierte Positionsanalyse |
| VPB-Bauherrenberater | 175 €+/Std. | nach Absprache | Vertragsprüfung, baubegleitende Beratung, Bauabnahme. Stundensatzbasiert, Gesamtkosten je nach Aufwand |
| bevo Bau (Basis) | 149 € | 3 bis 4 Werktage | Digitale Prüfung aller Positionen auf Preis, Vollständigkeit und Vertragsrisiken. PDF-Bericht mit Handlungsempfehlungen |
| bevo Bau (Express) | 189 € | 24 Stunden | Wie Basis, aber mit Ergebnis innerhalb eines Werktags. Für eilige Entscheidungen oder ablaufende Angebote |
Für die meisten Fassadendämmungen im Bereich 15.000 bis 30.000 Euro ist eine digitale Prüfung ausreichend. Eine Ortsbegehung durch einen Sachverständigen ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Fassade besondere Anforderungen stellt (Denkmalschutz, unklarer Fassadenzustand, Schadstoffverdacht) oder wenn die Dämmung Teil einer umfassenden Sanierung mit mehreren Gewerken ist.
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Angebot hochladen und prüfen lassenHäufige Fragen zur Fassadendämmung
Was kostet eine Fassadendämmung mit WDVS pro Quadratmeter?
Ein WDVS kostet 2026 zwischen 120 und 200 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material, Gerüst und Montage. Der genaue Preis hängt vom Dämmstoff (EPS, Mineralwolle oder Holzfaser), der Dämmstärke und der Fassadenbeschaffenheit ab. EPS-Systeme liegen am unteren Ende der Preisspanne, Holzfasersysteme am oberen.
Welche Förderung gibt es 2026 für die Fassadendämmung?
Das BAFA fördert die Fassadendämmung als Einzelmaßnahme mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt der Zuschuss auf 20 Prozent, und die förderfähige Kostenobergrenze verdoppelt sich auf 60.000 Euro. Alternativ können die Kosten über drei Jahre steuerlich abgesetzt werden (§ 35c EStG).
Wie lange hält eine Fassadendämmung?
Ein WDVS hat eine Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren. Eine hinterlüftete Fassade hält 40 bis 60 Jahre. Die Kerndämmung ist wartungsfrei und hält in der Regel so lange wie das Gebäude selbst. Entscheidend für die Lebensdauer ist die fachgerechte Ausführung, insbesondere bei den Anschlüssen an Fenster, Dach und Sockel.
Lohnt sich eine Fassadendämmung finanziell?
Die reine Amortisation über die Energieeinsparung dauert bei aktuellen Energiepreisen 20 bis 30 Jahre. Zusätzlich steigert die Dämmung den Immobilienwert, verbessert den Energieausweis und erhöht den Wohnkomfort. Mit Förderung verkürzt sich die Amortisationszeit um mehrere Jahre. Bei steigenden Energiepreisen verbessert sich die Rechnung weiter.
Brauche ich eine Baugenehmigung für die Fassadendämmung?
In der Regel nicht. Eine nachträgliche Fassadendämmung ist in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, solange sie den maximal zulässigen Grenzabstand nicht unterschreitet. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde erforderlich. Bei Grenzbebauung sollten Sie prüfen, ob die zusätzliche Wandstärke durch die Dämmung den Abstand zur Grundstücksgrenze unterschreitet. Ihr Bauamt gibt Auskunft über die lokalen Regelungen.
Weiterführende Ratgeber
- Sanierung Kosten 2026 - Kostenübersicht nach Gewerk für alle Sanierungsarten (Fassade, Dach, Heizung, Fenster, Bad)
- Bauangebot prüfen - 7-Punkte-Checkliste und Prüfoptionen im Vergleich
- Nachtragskosten vermeiden - Die 7 häufigsten Nachtragsfallen und wie Sie sich davor schützen
Quellen
- co2online, Fassadendämmung: Kosten, Materialien und Förderung im Überblick, Stand 2026
- Destatis, Baupreisindizes Instandhaltung Wohngebäude, Fachserie 17 Reihe 4, November 2025
- BAFA, Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Einzelmaßnahmen, Konditionen Stand Januar 2026
- dena, Deutsche Energie-Agentur – Gebäudereport 2025: Einsparpotenziale, Wertsteigerung und Amortisation energetischer Sanierungsmaßnahmen
- Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) – Marktdaten und Verbreitung von WDVS in Deutschland
- Musterbauordnung (MBO) – Brandschutztechnische Anforderungen an Fassaden und Dämmstoffe nach Gebäudeklasse
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Anforderungen an den Wärmeschutz bei Änderung von Bauteilen, Anlage 7
- § 35c EStG – Steuerliche Förderung energetischer Maßnahmen an selbstgenutzten Gebäuden
- Verband Privater Bauherren (VPB) – Empfehlungen zur Energieberatung und Dämmsystemwahl bei Bestandsgebäuden
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