Was kostet eine Sanierung 2026? Kostenübersicht nach Gewerk
Eine Sanierung kostet in Deutschland 2026 zwischen 200 und 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Kosmetische Renovierungen (Streichen, Böden, Türen) starten bei 200 bis 500 Euro pro Quadratmeter. Eine Standard-Sanierung mit Bad, Elektrik und Fenstern liegt bei 700 bis 1.100 Euro pro Quadratmeter. Eine Kernsanierung oder energetische Komplettsanierung kostet 1.200 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern entspricht das 24.000 bis 300.000 Euro vor Förderung.
Das Wichtigste in Kürze
- Handwerkerpreise sind seit 2020 um über 46 % gestiegen — Angebote von vor 3+ Jahren sind kein verlässlicher Maßstab mehr ([Destatis](https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preise/bpr110.html), 2025)
- Kernsanierung eines 120-qm-Hauses: 144.000 bis 240.000 € — energetische Komplettsanierung bis 300.000 €
- KfW und BAFA fördern energetische Maßnahmen mit 15–70 % der Kosten, müssen aber vor Auftragserteilung beantragt werden
- Immer 10–15 % Kostenpuffer einplanen: Im Bestand tauchen beim Öffnen von Wänden regelmäßig unerwartete Mehrarbeiten auf
Sanierungskosten nach Gewerk im Überblick
Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts zeigt für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden einen Anstieg von über 46 Prozent zwischen Anfang 2020 und Ende 2025.1 Die folgende Tabelle zeigt Durchschnittswerte für 2026 auf Basis aktueller Handwerkerpreise in Deutschland, inklusive Material und Arbeitskosten, ohne Baunebenkosten wie Gerüst oder Entsorgung.
Regionale Unterschiede sind dabei nicht eingerechnet. Als Faustregel gilt: In München, Stuttgart oder Hamburg zahlen Sie 15 bis 25 Prozent mehr als in ländlichen Gebieten in Sachsen, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern. Auch innerhalb einer Stadt schwanken die Preise je nach Betriebsgröße und Auslastung erheblich.
| Gewerk | Kosten pro qm / Einheit | Typisches Projekt | Dauer |
|---|---|---|---|
| Badsanierung | 1.800 bis 3.500 € pro qm Badfläche | Komplettumbau 6 qm Bad inkl. Fliesen, Sanitär, Elektro | 3 bis 5 Wochen |
| Küche | 800 bis 2.200 € pro qm Küchenfläche | Neue Einbauküche 10 qm inkl. Anschlüsse und Fliesenspiegel | 2 bis 4 Wochen |
| Fassadendämmung (WDVS) | 180 bis 300 € pro qm Fassadenfläche | Einfamilienhaus 140 qm Fassade, 16 cm EPS-Dämmung | 3 bis 6 Wochen |
| Elektroinstallation | 80 bis 160 € pro qm Wohnfläche | Kompletterneuerung Altbau 90 qm inkl. Zählerschrank | 2 bis 4 Wochen |
| Malerarbeiten | 25 bis 50 € pro qm Wandfläche | 3-Zimmer-Wohnung 70 qm, Wände und Decken streichen | 3 bis 5 Tage |
| Fußboden | 60 bis 180 € pro qm | Parkett oder Fliesen verlegen, 50 qm, inkl. Untergrund | 1 bis 2 Wochen |
| Heizungstausch | 15.000 bis 35.000 € pauschal | Wärmepumpe Einfamilienhaus inkl. Demontage Gasheizung | 1 bis 3 Wochen |
| Fensteraustausch | 500 bis 1.200 € pro Fenster | 10 Fenster Dreifachverglasung, Altbau mit Anpassung | 2 bis 5 Tage |
| Dachsanierung | 150 bis 350 € pro qm Dachfläche | Neueindeckung Steildach 120 qm inkl. Dämmung | 3 bis 6 Wochen |
Ein paar Hinweise zu den einzelnen Gewerken: Bei der Badsanierung ist die Preisspanne deshalb so groß, weil Ausstattung und Materialwahl den Preis stark beeinflussen. Eine bodengleiche Dusche mit Großformatfliesen und Unterputzarmaturen kostet pro Quadratmeter gut doppelt so viel wie eine Standard-Duschwanne mit 20x20-Fliesen. Die Arbeitskosten unterscheiden sich dabei kaum.
Beim Heizungstausch ist der Pauschalpreis üblich, weil die Kosten weniger von der Wohnfläche abhängen als von der Anlagenart und den baulichen Gegebenheiten. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus liegt bei 15.000 bis 22.000 Euro, eine Erdwärmepumpe mit Bohrung bei 25.000 bis 35.000 Euro. Dazu kommen eventuell Heizkörperanpassungen oder Fußbodenheizung, wenn das bestehende System nicht für Niedertemperaturbetrieb geeignet ist.
Die Dachsanierung enthält in der Tabelle bereits die Zwischensparrendämmung. Falls zusätzlich eine Aufsparrendämmung gewünscht ist (bessere Dämmwirkung, kein Raumverlust im Dachgeschoss), kommen 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter Dachfläche hinzu.
Bei der Elektroinstallation kommt es darauf an, ob nur der Zählerschrank und einzelne Stromkreise erneuert werden oder ob eine Kompletterneuerung nötig ist. In Altbauten vor 1970 ist die gesamte Elektrik oft nicht mehr zeitgemäß: fehlende Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD), veraltete Aluminiumleitungen und zu wenige Stromkreise für heutige Anforderungen. Eine Kompletterneuerung bedeutet in der Regel, dass Schlitze geklopft, neue Leitungen verlegt und anschließend verputzt und gestrichen werden muss. Der Folgeaufwand für Putz und Maler ist in den 80 bis 160 Euro pro Quadratmeter noch nicht enthalten.
Beim Fensteraustausch hängt der Preis stark vom Rahmenmaterial ab. Kunststofffenster mit Dreifachverglasung kosten 500 bis 750 Euro pro Standardfenster (ca. 1,3 x 1,3 m). Holz-Alu-Fenster liegen bei 800 bis 1.200 Euro. Im Altbau kommen oft Anpassungsarbeiten dazu: Die Laibungen müssen erweitert oder gedämmt werden, weil moderne Fenster tiefer bauen als die einfachverglasten Originalfenster.
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Angebot prüfen lassenWas treibt die Sanierungskosten 2026?
Wer ein Angebot für 2026 mit älteren Kostenvoranschlägen vergleicht, stellt fest: Die Preise liegen deutlich über dem Niveau von 2019 oder 2020. Drei wesentliche Faktoren erklären den Großteil dieser Entwicklung.
Materialkosten und Lieferketten
Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts (BPR110) zeigt für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden einen Anstieg von über 46 Prozent zwischen Anfang 2020 und Ende 2025.1 Die extremen Preisspitzen bei Holz und Stahl aus 2021 und 2022 haben sich wieder normalisiert, doch das generelle Preisniveau ist nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt. Dämmstoffe (EPS, Mineralwolle), Kupfer und Sanitärkeramik bleiben auf erhöhtem Niveau.
Konkret bedeutet das: Ein Quadratmeter EPS-Dämmplatte (WLG 035, 160 mm), der 2019 noch bei 18 bis 22 Euro lag, kostet 2026 etwa 28 bis 36 Euro. Kupferrohre für die Sanitärinstallation sind von rund 6 Euro pro Laufmeter auf 9 bis 11 Euro gestiegen. Diese Materialkosten machen bei der Fassadendämmung rund 40 Prozent des Gesamtpreises aus, bei SHK-Arbeiten (Sanitär, Heizung, Klima) etwa 35 Prozent.
Die Lieferketten funktionieren inzwischen wieder zuverlässiger als 2021 und 2022. Wartezeiten von mehreren Monaten auf Fenster oder Wärmepumpen gibt es kaum noch. Allerdings haben viele Hersteller die gestiegenen Produktions- und Energiekosten dauerhaft eingepreist, sodass mit einer Rückkehr zu den alten Preisen nicht zu rechnen ist.
Fachkräftemangel und Handwerkerlöhne
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) beziffert den Fachkräftemangel im Bauhauptgewerbe auf rund 100.000 fehlende Facharbeiter.2 In der Praxis merken Eigentümer es an langen Wartezeiten auf Handwerkertermine und an steigenden Stundensätzen.
Ein Geselle im SHK-Bereich wird 2026 in vielen Regionen mit 55 bis 70 Euro pro Stunde kalkuliert. Vor fünf Jahren waren es 42 bis 52 Euro. Bei Elektrikern sieht es ähnlich aus: 50 bis 65 Euro Stundensatz sind inzwischen üblich, in Ballungsräumen auch mehr. Fliesenleger, die 2020 noch für 40 bis 48 Euro pro Stunde verfügbar waren, rufen heute 50 bis 62 Euro auf.
Diese Steigerungen wirken sich besonders auf arbeitsintensive Gewerke aus. Bei einer Badsanierung liegt der Lohnanteil bei 55 bis 65 Prozent der Gesamtkosten. Bei Elektroinstallationen sind es 50 bis 60 Prozent, bei Fliesenarbeiten rund 60 Prozent. Gewerke mit hohem Materialanteil (Fenster, Heizungsanlagen) sind dagegen weniger von den Lohnsteigerungen betroffen, dafür stärker von den Materialpreisen.
In strukturschwachen Regionen sind die Wartezeiten kürzer und die Stundensätze niedriger. Wer in ländlichen Gebieten Ostdeutschlands saniert, findet oft schneller einen Handwerker und zahlt 15 bis 20 Prozent weniger als in den großen Ballungsräumen.
Neue Energiestandards und GEG-Anforderungen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in der Fassung von 2024 verschärft die Anforderungen an Bestandsgebäude bei wesentlichen Sanierungen.5 Die sogenannte Bauteilregelung besagt: Wer mehr als 10 Prozent eines Bauteils erneuert, muss die aktuellen energetischen Mindeststandards einhalten.
Für eine Fassadendämmung bedeutet das: mindestens U-Wert 0,24 W/(m²K), was in der Regel 14 bis 18 cm Dämmstärke erfordert. Vor zehn Jahren war noch ein U-Wert von 0,35 ausreichend, was mit 8 bis 10 cm Dämmung erreichbar war. Die dickere Dämmung kostet mehr Material und mehr Arbeitszeit, weil Laibungen breiter werden und Fensteranschlüsse aufwendiger sind.
Beim Heizungstausch gilt seit 2024 die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien- Pflicht für Neubauten in Neubaugebieten. Ab 2026 greifen die kommunalen Wärmeplanungen auch für Bestandsgebäude in Städten ab 100.000 Einwohnern (ab 2028 für alle Kommunen). Eine reine Gas-Brennwerttherme ist dort dann keine zulässige Option mehr. Wärmepumpen, Fernwärmeanschlüsse oder Hybridlösungen kosten in der Anschaffung das Zwei- bis Dreifache einer konventionellen Gasheizung.
Auch bei Fenstern gelten strengere Anforderungen: Der geforderte Uw-Wert liegt bei maximal 1,3 W/(m²K), was in der Praxis Dreifachverglasung erfordert. Zweifachverglasung ist bei einer Kompletterneuerung nicht mehr zulässig. Der Aufpreis gegenüber Zweifachverglasung liegt bei 50 bis 100 Euro pro Fenster.
Ein oft übersehener Kostenpunkt: Die GEG-Anforderungen können Folgearbeiten auslösen. Dickere Fassadendämmung erfordert breitere Fensterbänke und tiefere Laibungen. Neue Dreifachverglasung verändert das Taupunktverhalten, sodass eventuell eine kontrollierte Wohnraumlüftung nötig wird, um Schimmel zu vermeiden. Diese Zusatzkosten tauchen im ersten Angebot oft nicht auf und kommen als Nachtrag.
Sanierungskosten nach Projekttyp
Wo in der Bandbreite von 200 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter landen Sie konkret? Das hängt vor allem davon ab, wie tief die Sanierung geht — und vor allem: ob Sie bereit sind, in den Wänden zu arbeiten. Sobald Leitungen verlegt werden, Wände aufgemacht oder Schächte erneuert werden, steigen die Kosten sprunghaft. Die Grenze zwischen Standard-Sanierung und Kernsanierung ist keine Kostenfrage, sondern eine Entscheidung über Eingrifftiefe.
Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 qm Wohnfläche, Baujahr um 1975, normaler Substanz.
| Projekttyp | Kosten pro qm | Gesamtkosten (120 qm) | Was ist enthalten? |
|---|---|---|---|
| Kosmetische Renovierung | 200 bis 500 € | 24.000 bis 60.000 € | Streichen, Bodenbeläge, neue Türen, kleinere Reparaturen |
| Standard-Sanierung | 700 bis 1.100 € | 84.000 bis 132.000 € | Bad und Küche neu, Elektrik teilweise, neue Fenster, Malerarbeiten |
| Kernsanierung | 1.200 bis 2.000 € | 144.000 bis 240.000 € | Alles bis auf die Grundsubstanz: Elektrik, Sanitär, Heizung, Böden, Wände, Dach |
| Energetische Komplettsanierung | 1.500 bis 2.500 € | 180.000 bis 300.000 € | Kernsanierung plus Fassadendämmung, Dachdämmung, Wärmepumpe, Lüftungsanlage, PV |
Diese Werte beziehen sich auf ein freistehendes Einfamilienhaus. Bei Eigentumswohnungen entfallen Dach und Fassade (Gemeinschaftseigentum, wird über die WEG-Rücklage finanziert), sodass die Kosten pro Quadratmeter meist 20 bis 30 Prozent niedriger liegen.
Bei Altbauten vor 1960 mit maroder Substanz können die Kosten dagegen über den genannten Obergrenzen liegen. Typische Kostentreiber: Asbest- oder KMF-Sanierung (Kosten für Schadstoffentsorgung), fehlende Abdichtung im Kellerbereich, nicht tragfähiger Putz an der Fassade oder verrottete Holzbalkendecken.
Zwischen Standard-Sanierung und Kernsanierung liegt oft die entscheidende Frage: Werden die Wände geöffnet? Sobald Leitungen in den Wänden verlegt, Installationsschächte erneuert oder Grundrisse verändert werden, steigen die Kosten sprunghaft. Die Trockenbau- und Putzarbeiten nach dem Verlegen der Leitungen machen einen erheblichen Teil der Mehrkosten aus. Wer die bestehende Elektrik und Sanitärinstallation behalten kann (und sie noch den Vorschriften entspricht), spart gegenüber einer Kernsanierung leicht 30 bis 40 Prozent.
Ein weiterer Faktor, der die Kosten beeinflusst: ob Sie während der Sanierung im Haus wohnen bleiben oder ausziehen. Bei einer Kernsanierung im bewohnten Zustand dauern die Arbeiten in der Regel 20 bis 30 Prozent länger, weil Handwerker Rücksicht auf die Bewohner nehmen müssen und nicht alle Räume gleichzeitig bearbeiten können. Das verlängert die Bauzeit und erhöht die Gesamtkosten. Andererseits sparen Sie sich die Miete für eine Übergangswohnung, die bei 3 bis 6 Monaten Bauzeit schnell 4.000 bis 9.000 Euro kosten kann.
So sparen Sie bei der Sanierung
Kosten senken heißt nicht, an der Qualität zu sparen. Es gibt sinnvolle Hebel, die den Gesamtpreis drücken, ohne dass Sie später draufzahlen.
- Mehrere Angebote einholen und wirklich vergleichen. Drei Angebote sind das Minimum. Achten Sie darauf, dass alle Angebote auf dem gleichen Leistungsverzeichnis basieren, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Häufiges Problem: Ein Angebot enthält eine detaillierte Aufstellung mit 40 Positionen, das andere eine Pauschalsumme auf zwei Seiten. Die Pauschale wirkt günstiger, aber es fehlen Leistungen, die später als Nachtrag kommen. Wie Sie ein Bauangebot richtig prüfen, erklärt der verlinkte Artikel.
- Gewerke bündeln und Termine koordinieren. Wenn Elektriker und Sanitärinstallateur gleichzeitig auf der Baustelle arbeiten, spart das Baustelleneinrichtung und Koordinationsaufwand. Bei einer Badsanierung, die auch Elektrik und Fliesenarbeiten umfasst, können Sie mit einem Generalunternehmer oder einem koordinierenden Betrieb oft 5 bis 10 Prozent gegenüber Einzelvergabe sparen. Allerdings haben Sie bei Einzelvergabe mehr Kontrolle über die jeweiligen Preise.
- Eigenleistung gezielt einsetzen. Abbrucharbeiten, Entrümpelung, einfache Malerarbeiten und das Entfernen alter Bodenbeläge können Sie selbst übernehmen. Damit sparen Sie Handwerkerstunden, die ansonsten für ungelernte Tätigkeiten anfallen. Finger weg dagegen von Elektro, Gas und Statik: Fehler dort kosten mehr als das eingesparte Handwerkerhonorar, und bei unsachgemäßer Ausführung erlischt der Versicherungsschutz.
- Saisonale Preisunterschiede nutzen. Handwerker haben im Winter (November bis Februar) oft mehr Kapazitäten, weil Außenarbeiten ruhen. Innenarbeiten wie Bad, Elektrik oder Böden lassen sich in dieser Zeit gut einplanen. Manche Betriebe bieten im Winter sogar Rabatte an, um ihre Mitarbeiter auszulasten. Fassade und Dach sind dagegen wetterabhängig und im Winter nur eingeschränkt möglich.
- Fördermittel vor Baubeginn beantragen. Die meisten Programme (KfW, BAFA) erfordern eine Antragstellung vor Auftragserteilung. Wer zuerst den Handwerker beauftragt und dann den Förderantrag stellt, verliert den Anspruch. Planen Sie 4 bis 8 Wochen Vorlauf ein. Bei KfW-Krediten dauert die Bearbeitung derzeit 3 bis 6 Wochen; bei BAFA-Zuschüssen geht es oft schneller, aber auch dort sollten Sie nicht ohne Zusage starten.
Gerade beim Angebotsvergleich lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Positionen. Pauschale Angebote ohne Mengenaufstellung sind ein Warnsignal, weil sie keinen transparenten Preisvergleich erlauben und das Nachtragsrisiko erhöhen. Achten Sie darauf, ob alle relevanten Nebenleistungen enthalten sind: Baustelleneinrichtung, Schutz bestehender Oberflächen, Entsorgung von Altmaterial, Endreinigung. Diese Positionen machen einzeln vielleicht nur 500 bis 2.000 Euro aus, in Summe aber schnell 5 bis 8 Prozent der Gesamtkosten. Mehr dazu, wie Sie Nachtragskosten vermeiden, finden Sie im verlinkten Artikel. Welche konkreten Warnsignale auf ein überhöhtes Angebot hindeuten, erklärt ein weiterer Ratgeber.
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Zum kostenlosen QuickcheckFörderungen 2026: KfW, BAFA und regionale Programme
Richtig beantragt, kann die Förderung bis zu einem Drittel der Gesamtkosten abdecken. Der häufigste Fehler: Eigentümer vergeben den Auftrag und stellen danach den Antrag. Das ist zu spät. KfW und BAFA verlangen, dass der Förderantrag vor der Auftragserteilung gestellt wird — sonst erlischt der Anspruch vollständig.
Die Programme ändern sich regelmäßig im Detail, aber die grundsätzliche Struktur steht seit 2024 stabil. Hier die wichtigsten im Überblick:
- KfW 261/262 (Bundesförderung für effiziente Gebäude): Bis zu 150.000 Euro Kreditbetrag pro Wohneinheit mit Tilgungszuschuss von 5 bis 25 Prozent, je nach erreichtem Effizienzhausniveau. Für ein Effizienzhaus 70 sind das bis zu 15.000 Euro Zuschuss, für ein Effizienzhaus 40 bis zu 37.500 Euro. Voraussetzung: Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (dena-Liste) und Antragstellung vor Baubeginn. Die Konditionen liegen aktuell deutlich unter dem Marktzins, was die Gesamtbelastung weiter senkt.
- BAFA-Einzelmaßnahmen (BEG EM):6 Zuschüsse für einzelne Gewerke ohne Komplettsanierung. Fassadendämmung: 15 Prozent der förderfähigen Kosten (max. 30.000 Euro pro Wohneinheit, bei individuellem Sanierungsfahrplan 5 Prozent Bonus). Heizungstausch auf Wärmepumpe: Grundförderung 30 Prozent plus bis zu 20 Prozent Boni (Einkommensbonus für Haushalte bis 40.000 Euro Jahreseinkommen, Geschwindigkeitsbonus bis Ende 2028), maximal 70 Prozent Gesamtförderung bei förderfähigen Kosten bis 30.000 Euro. Das kann bei einer Wärmepumpe für 20.000 Euro einen Zuschuss von bis zu 14.000 Euro bedeuten.
- Steuerliche Absetzbarkeit (§ 35c EStG):7 Alternativ zur direkten Förderung können Eigentümer von selbstgenutztem Wohnraum 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre von der Steuerschuld abziehen (7 + 7 + 6 Prozent). Maximum: 40.000 Euro Steuerermäßigung pro Objekt. Das lohnt sich besonders bei hohem persönlichem Steuersatz und Maßnahmen, die nicht BAFA-förderfähig sind. Nicht kombinierbar mit KfW oder BAFA für dieselbe Maßnahme.
- Regionale Programme: Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse. Bayern fördert kommunale Energieberatung, Hamburg hat Sonderprogramme für Gründerzeitfassaden (bis zu 30 Euro/qm Zuschuss), NRW bietet progres.nrw für Gebäudesanierung. Prüfen Sie die Förderdatenbank des BMWK (foerderdatenbank.de) für Programme in Ihrer Region. Diese regionalen Töpfe sind oft weniger bekannt und daher nicht ausgeschöpft.
Tipp: Ein qualifizierter Energieberater (dena-Expertenliste) ist für die meisten KfW- und BAFA-Programme Pflicht.8 Die Kosten dafür liegen bei 1.500 bis 2.500 Euro für ein Einfamilienhaus und werden zu 50 Prozent separat über das BAFA gefördert (max. 1.300 Euro Zuschuss). Der Berater erstellt den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), der Ihnen den 5-Prozent-Bonus bei Einzelmaßnahmen sichert.
Kostenbeispiel: Sanierung eines Einfamilienhauses
Abstrakte Quadratmeterpreise helfen nur begrenzt weiter. Deshalb hier ein konkretes Rechenbeispiel aus der Praxis — angelehnt an typische Projekttypen, die wir bei bevo Bau regelmäßig prüfen.
Ausgangslage: Einfamilienhaus Baujahr 1978, 130 qm Wohnfläche, Keller, Steildach. Die Eigentümer planen eine umfassende Modernisierung mit energetischer Ertüchtigung.
| Maßnahme | Kosten (brutto) |
|---|---|
| Fassadendämmung WDVS 160 mm, 155 qm | 34.000 bis 46.000 € |
| Dachdämmung (Zwischen- und Aufsparren), 95 qm | 19.000 bis 33.000 € |
| Fensteraustausch, 12 Fenster und 1 Haustür | 9.000 bis 18.000 € |
| Heizung: Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Demontage | 18.000 bis 25.000 € |
| Badsanierung, 7 qm | 13.000 bis 24.000 € |
| Elektrik teilerneuert (Zählerschrank, Bad, Küche) | 6.000 bis 12.000 € |
| Bodenbeläge (Parkett/Fliesen), 80 qm | 5.000 bis 14.000 € |
| Malerarbeiten komplett | 4.000 bis 7.000 € |
| Gerüst, Container, Baunebenkosten | 4.000 bis 8.000 € |
| Summe | 112.000 bis 187.000 € |
| Abzgl. Förderung (Heizung 30 % und Hülle 15 %) | minus 14.000 bis minus 22.000 € |
| Eigenanteil nach Förderung | 90.000 bis 173.000 € |
Das Beispiel zeigt: Auch mit Förderung bleibt eine umfassende Sanierung eine sechsstellige Investition. Umso wichtiger ist es, die eingeholten Angebote sorgfältig zu prüfen. Fehlende Positionen, unklare Leistungsbeschreibungen oder überhöhte Einheitspreise fallen erst bei einer detaillierten Analyse auf.
Beachten Sie auch, dass die tatsächlichen Kosten fast immer über dem ursprünglichen Angebot liegen. Der Verband Privater Bauherren (VPB) empfiehlt, bei Sanierungsprojekten grundsätzlich einen Kostenpuffer von 10 bis 15 Prozent der Auftragssumme einzuplanen.9 Im Bestand tauchen beim Öffnen von Wänden oder Böden häufig Überraschungen auf: verrottete Balken, feuchtes Mauerwerk, nicht normgerechte Altinstallationen. Diese Zusatzarbeiten lassen sich vorher nicht erkennen und werden als Nachtrag abgerechnet.
Häufige Fragen zu Sanierungskosten
Was kostet eine Komplettsanierung pro Quadratmeter?
Für eine Kernsanierung mit allen Gewerken rechnen Sie mit 1.200 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Kommt eine vollständige energetische Ertüchtigung dazu (Fassade, Dach, Wärmepumpe), steigen die Kosten auf 1.500 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Bei einem 120-qm-Haus bedeutet das ein Budget von 144.000 bis 300.000 Euro vor Förderung.
Lohnt sich eine Sanierung oder ist ein Neubau günstiger?
Neubaukosten liegen 2026 bei 2.500 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter (ohne Grundstück). Solange die Sanierungskosten unter 60 bis 70 Prozent der Neubaukosten bleiben, ist die Sanierung wirtschaftlich sinnvoller. Bei einer Kernsanierung eines Hauses mit guter Grundsubstanz (Fundament, tragende Wände, Dachstuhl intakt) ist das fast immer der Fall. Hinzu kommt: Ein Neubau erfordert zusätzlich Abrisskosten (80 bis 150 Euro/qm), Baugenehmigung und oft eine längere Bauzeit. Nur bei schweren Schäden an Statik oder Fundament, bei Schadstoffbelastung (z. B. Asbest in der gesamten Bausubstanz) oder bei grundlegend unbrauchbarem Grundriss kippt die Rechnung zugunsten eines Neubaus.
Wie lange dauert eine Sanierung?
Eine kosmetische Renovierung ist in 2 bis 4 Wochen erledigt. Eine Standard-Sanierung dauert 2 bis 4 Monate, eine Kernsanierung 4 bis 8 Monate. Energetische Komplettsanierungen mit Fassade und Dach ziehen sich oft über 6 bis 12 Monate, weil einzelne Gewerke aufeinander aufbauen: erst Dach, dann Fassade, dann Fenster im gedämmten Bestand. Planen Sie bei bewohntem Haus zusätzlich Pufferzeit ein, weil einzelne Räume phasenweise nicht nutzbar sind. Bei einer Badsanierung im bewohnten Zustand sollten Sie mindestens eine provisorische Waschgelegenheit einplanen.
Welche Sanierung bringt den höchsten Wertzuwachs?
Den größten Einfluss auf den Immobilienwert hat die Badsanierung (Wertsteigerung ca. 8 bis 12 Prozent des Immobilienwertes). Neue Fenster steigern den Wert um 5 bis 8 Prozent, Fassadendämmung mit optischer Aufwertung um 7 bis 15 Prozent. Malerarbeiten haben das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis: geringe Investition, aber deutlich besserer Eindruck bei Besichtigungen und Gutachterbesuchen. Eine energetische Sanierung verbessert den Energieausweis, was den Marktwert in vielen Regionen messbar steigert. Laut einer Studie des IW Köln verlieren unsanierte Gebäude mit schlechter Energieeffizienzklasse (G oder H) gegenüber sanierten Objekten inzwischen 15 bis 25 Prozent beim Verkaufspreis.3
Kann ich die Sanierungskosten steuerlich absetzen?
Ja, über § 35c EStG können Eigentümer von selbstgenutztem Wohnraum 20 Prozent der energetischen Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Die Verteilung erfolgt über drei Jahre (7 Prozent, 7 Prozent, 6 Prozent). Maximaler Abzug: 40.000 Euro Steuerermäßigung pro Objekt. Voraussetzung: Das Gebäude muss mindestens 10 Jahre alt sein und die Arbeiten müssen von einem Fachbetrieb ausgeführt werden, der die Maßnahme nach amtlichem Muster bescheinigt. Diese Variante ist nicht mit KfW- oder BAFA-Zuschüssen für dieselbe Maßnahme kombinierbar. Es lohnt sich, beide Wege durchzurechnen: Bei hohem persönlichem Steuersatz kann der steuerliche Abzug mehr bringen als ein BAFA-Zuschuss von 15 Prozent.
Fazit: Sanierungskosten realistisch kalkulieren
Eine Sanierung 2026 ist eine erhebliche Investition. Die Kosten hängen stark vom Umfang ab: Kosmetische Renovierungen starten bei 200 Euro pro Quadratmeter, eine energetische Komplettsanierung kann bis 2.500 Euro pro Quadratmeter kosten. Die Förderlandschaft (KfW, BAFA, steuerlicher Abzug) fängt einen Teil auf, aber der Eigenanteil bleibt beträchtlich.
Bevor Sie den Auftrag vergeben, sollten Sie mindestens drei vergleichbare Angebote einholen und diese Position für Position prüfen. Gerade bei Summen im fünf- oder sechsstelligen Bereich lohnt sich eine unabhängige Prüfung des Handwerkerangebots, um fehlende Positionen, unklare Leistungsbeschreibungen oder überhöhte Einheitspreise zu erkennen.
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Quellen
- Destatis – Baupreisindex BPR110: Instandhaltung von Wohngebäuden, Q1 2020–Q4 2025
- ZDB, Zentralverband Deutsches Baugewerbe – Geschäftsbericht 2024/2025
- IW Köln, Sagner/Voigtländer – Energetische Sanierung und Immobilienwert
- Handwerkskammer München – Kalkulationsdaten Bauhandwerk
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Fassung 2024, Bauteilregelung § 48
- BAFA – Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM), Stand 2025
- § 35c EStG – Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei selbstgenutztem Wohnraum
- dena – Energieeffizienz-Expertenliste: Pflichtberater für KfW/BAFA-Programme
- VPB, Verband Privater Bauherren – Kostenpuffer-Empfehlung 10–15 % bei Sanierungen
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